KI-Glossar
Die wichtigsten Begriffe rund um künstliche Intelligenz, kurz und ohne Fachchinesisch erklärt. Jeder Eintrag sagt zuerst, was der Begriff bedeutet, und dann, was er für Ihr KMU praktisch heisst.
Künstliche Intelligenz (KI / AI)
Künstliche Intelligenz (KI, englisch AI) bezeichnet Computersysteme, die Aufgaben lösen, für die bisher menschliches Denken nötig war: Texte verstehen und schreiben, Muster erkennen, Entscheidungen vorbereiten. Im Geschäftsalltag von KMU meint «KI» heute meist Sprachmodelle wie Claude, ChatGPT oder Gemini, die Text, Dokumente und Daten verarbeiten.
Ganzer EintragLLM (Large Language Model)
Ein LLM (Large Language Model, deutsch: grosses Sprachmodell) ist ein KI-Modell, das mit riesigen Textmengen trainiert wurde und dadurch Sprache versteht und erzeugt. Bekannte LLMs sind Claude (Anthropic), GPT (OpenAI) und Gemini (Google). LLMs sind die Technologie hinter praktisch allen aktuellen KI-Anwendungen im Büroalltag.
Ganzer EintragKI-Agent
Ein KI-Agent ist ein Programm, das ein Sprachmodell mit Werkzeugen und einem klaren Auftrag verbindet: Es liest zum Beispiel E-Mails, extrahiert Daten, trifft regelbasierte Zwischenentscheide und erfasst Ergebnisse direkt in Ihren Systemen. Anders als ein Chatbot wartet ein Agent nicht auf Fragen, sondern arbeitet einen definierten Prozess selbstständig ab.
Ganzer EintragRAG (Retrieval Augmented Generation)
RAG (Retrieval Augmented Generation) ist ein Verfahren, bei dem ein Sprachmodell vor jeder Antwort die relevanten Stellen aus Ihren eigenen Dokumenten heraussucht (Retrieval) und die Antwort ausschliesslich auf dieser Grundlage formuliert (Generation). Das Modell wird dabei nicht mit Ihren Daten trainiert, es liest sie nur zur Beantwortung der konkreten Frage.
Ganzer EintragPrompt
Ein Prompt ist die Eingabe, mit der man einem Sprachmodell eine Aufgabe stellt: Frage, Anweisung, Kontext und gewünschtes Format. Die Qualität des Prompts bestimmt massgeblich die Qualität des Ergebnisses, dieselbe Aufgabe kann je nach Formulierung brauchbar oder unbrauchbar gelöst werden.
Ganzer EintragToken
Ein Token ist die Recheneinheit, in der Sprachmodelle Text verarbeiten und abrechnen: ein Wortteil von typischerweise 3 bis 4 Zeichen. Eine A4-Seite Text entspricht grob 600 bis 800 Token. API-Preise werden pro Million Token angegeben, getrennt nach Eingabe (Ihr Text) und Ausgabe (die Antwort).
Ganzer EintragHalluzination
Eine Halluzination ist eine Antwort, die ein Sprachmodell überzeugend formuliert, die aber sachlich falsch oder frei erfunden ist, etwa eine nicht existierende Quelle, ein falsches Datum oder eine erfundene Vertragsklausel. Halluzinationen entstehen, weil Sprachmodelle Wahrscheinlichkeiten berechnen, nicht Wahrheit prüfen.
Ganzer EintragEnterprise-API
Eine Enterprise-API ist der geschäftliche Zugang zu einem Sprachmodell mit vertraglichen Zusicherungen: Ihre Eingaben werden nicht für das Training verwendet, es gibt einen Auftragsverarbeitungsvertrag (DPA), und die Datenverarbeitung ist dokumentiert. Das unterscheidet sie von Consumer-Angeboten wie dem kostenlosen ChatGPT im Browser.
Ganzer EintragFine-Tuning
Fine-Tuning bezeichnet das Nachtrainieren eines Sprachmodells mit eigenen Beispielen, damit es einen bestimmten Stil oder ein Spezialformat zuverlässiger trifft. Es verändert das Modell selbst und ist damit aufwendiger als Prompting oder RAG, und für die meisten KMU-Anwendungen unnötig.
Ganzer EintragMCP (Model Context Protocol)
MCP (Model Context Protocol) ist ein offener Standard, über den KI-Modelle und -Agenten sicher auf Werkzeuge und Datenquellen zugreifen: Dateiablagen, Datenbanken, Kalender, Fachanwendungen. Statt für jede Verbindung eine Speziallösung zu bauen, spricht die KI einen einheitlichen «Stecker».
Ganzer EintragEmbedding & Vektordatenbank
Ein Embedding ist die Übersetzung von Text in eine Zahlenreihe, die seine Bedeutung abbildet: Inhaltlich ähnliche Texte erhalten ähnliche Zahlen. Eine Vektordatenbank speichert diese Zahlenreihen und findet damit blitzschnell die inhaltlich passenden Textstellen, auch wenn kein einziges Suchwort wörtlich übereinstimmt.
Ganzer EintragDSG und KI
Das Schweizer Datenschutzgesetz (DSG, revidiert seit September 2023) verbietet den KI-Einsatz nicht, verlangt aber, dass Unternehmen kontrollieren, welche Personendaten in welche Werkzeuge fliessen. Verantwortlich bleibt immer das Unternehmen, auch wenn die Daten bei einem ausländischen KI-Anbieter verarbeitet werden.
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